Preismatrix überprüfen: Vermeide Lücken in deiner Preisliste

Deine Preismatrix manuell zu überprüfen, scheint übersichtlich zu sein – bis du anfängst, Optionen zu kombinieren. Drei Auswahlmöglichkeiten mit jeweils fünf Werten ergeben bereits 125 mögliche Preiskombinationen. Eine einzige vergessene Kombination reicht schon aus, damit du einem Besucher keinen Preis anzeigen kannst.
Das ist ärgerlich für den Besucher, aber auch für dich. Oft merkst du erst, dass eine Lücke in deiner Preisliste ist, wenn jemand abspringt oder anruft. Eine gute Überprüfung findet fehlende Preisregeln, bevor dein Konfigurator live geht, und warnt dich, wenn später doch etwas fehlt.
Warum ergeben drei Auswahlmöglichkeiten schon 125 Preiskombinationen?
Jede Auswahl vervielfacht die Anzahl der möglichen Ausführungen. Hast du fünf Breitenkategorien, fünf Tiefen und fünf Arten von Dachmaterial? Dann sind das nicht fünfzehn Preise, die du eintragen musst, sondern 5 × 5 × 5 = 125 Kombinationen.
Fügst du später eine Farbe, eine Montagemethode oder eine zusätzliche Option hinzu, steigt diese Zahl erneut stark an. Deshalb funktioniert das Überprüfen einer Preisliste nach Gefühl nur bei einem sehr kleinen Sortiment. Sobald du mit Maßen und Varianten arbeitest, fällt dir eine fehlende Zeile nicht mehr einfach so zwischen all den anderen Zeilen ins Auge.
Ein praktisches Beispiel aus der Überdachungsbranche verdeutlicht das. Angenommen, du hast folgende preisbestimmende Auswahlmöglichkeiten:
- Breite: 300–400, 401–500, 501–600, 601–700 oder 701–800 cm;
- Tiefe: 250–300, 301–350, 351–400, 401–450 oder 451–500 cm;
- Dachmaterial: Klarglas, getöntes Glas, opales Polycarbonat, klares Polycarbonat oder Sandwichpaneel.
Für jede Kombination sollst du einen Preis anzeigen können. Vielleicht hast du fast alles ausgefüllt, aber der Preis für 601–700 cm Breite, 401–450 cm Tiefe und getöntes Glas fehlt noch. Genau diese Kombination wählt ein Besucher am Sonntagabend aus. Dann kann der Konfigurator keinen korrekten Preis anzeigen, wenn dieser Besucher weitermachen möchte.
Wie stellst du alle Preiskombinationen im Voraus bereit?
Fang nicht damit an, manuell Zeilen zu erstellen. Entscheide zunächst, welche Optionen den Preis tatsächlich bestimmen. Das sind oft Maße, Material und ein paar wichtige Ausführungen. Details, die keinen oder kaum Einfluss auf den Preis haben, musst du nicht unnötigerweise in dieselbe Matrix aufnehmen.
In „Klantly“ kannst du dann angeben, welche Optionen gemeinsam den Preis bestimmen. Das System stellt dir alle Kombinationen dieser Optionen und Größenfelder bereit. Du trägst anschließend die Beträge ein oder importierst deine bestehende Liste.
Das hat zwei Vorteile. Du musst dir nicht selbst merken, welche Kombination noch fehlt. Und du siehst sofort, wie viel Arbeit tatsächlich noch vor dir liegt, bevor du Preise online anzeigst.
Arbeitest du bereits mit einer Lieferantenliste in Excel? Dann musst du nicht alles neu abtippen. Im Artikel „Excel-Preisliste online erstellen“ erfährst du, wie du bestehende Preise in Preisregeln umwandelst und diese anschließend überprüfst.
Wie überprüfst du, ob alle Preisregeln vorhanden sind?
Das Ausfüllen einer Preismatrix ist erst der erste Schritt. Danach überprüfst du, ob jede Kombination einen Preis hat, oder du legst eine Ausweichregel für Situationen fest, in denen bewusst derselbe Preis gelten soll.
Klantly Dafür gibt es eine Prüffunktion, die anzeigt, welche Kombinationen noch keinen Preis haben. Das ist besonders wichtig, wenn du mehrere preisbestimmende Optionen verwendest. Bei 125 Preiskombinationen ist ein manueller Abgleich keine seriöse Prüfung mehr; da überprüfst du hauptsächlich, ob deine Augen noch scharf sind.
Gehe bei der Überprüfung aber logisch vor:
- Gib zuerst die Grundpreise für die häufigsten Kombinationen ein.
- Überprüfe anschließend die fehlenden Preisregeln und entscheide für jede Lücke: Preis eingeben oder eine Ausweichregel verwenden.
- Teste ein paar Varianten, die sich in Größe und Material stark unterscheiden.
- Wiederhole die Überprüfung nach jeder Änderung an Größen, Materialien oder Auswahlmöglichkeiten.
Achte besonders auf Änderungen, die klein erscheinen. Eine neue Farbe hinzuzufügen ist zum Beispiel einfach, aber wenn diese Farbe Teil einer Preisregel wird, kann das eine ganze Reihe neuer Kombinationen nach sich ziehen. Auch eine geänderte Größengrenze kann eine Lücke zwischen zwei bestehenden Bereichen verursachen.
Was passiert, wenn ein Besucher doch eine Kombination ohne Preis auswählt?
Ein fehlender Preis muss nicht bedeuten, dass dir die Anfrage verloren gegangen ist. In Klantly geht die Anfrage ganz normal ein. Du erhältst außerdem eine Benachrichtigung mit den ausgewählten Größen und Optionen sowie einen direkten Verweis auf die Stelle, an der du den Preis ergänzen kannst.
Das ist nützlich, denn so weißt du nicht nur, dass etwas fehlt, sondern auch genau, welche Variante ein Besucher gesucht hat. Kommt dieselbe Kombination öfter vor, ist das ein Signal, dass du diese Variante schnell mit einem Preis versehen musst.
So wird eine Lücke in der Preisliste nicht zu einem stillen Fehler, der monatelang bestehen bleibt. Du kannst das noch am selben Tag beheben. Das ist wichtig, wenn du deinen Besuchern beim Zusammenstellen einen Betrag anzeigst: Der Preis muss zu den von ihnen getroffenen Auswahlen passen.
Ein Konfigurator mit Live-Preisberechnung rechnet nach deinen Preisregeln. Achte daher darauf, dass deine Matrix aktuell bleibt. Nicht, weil ein System einen falschen Preis automatisch erkennt, sondern weil das System genau nach den Angaben rechnet, die du eingibst.
Wann solltest du deine Preismatrix erneut überprüfen?
Plane eine Überprüfung ein, sobald sich etwas an deinem Sortiment oder deiner Preisgestaltung ändert. Denk dabei an eine neue Lieferantenliste, andere Größenfelder, eine zusätzliche Materialart oder ein neues Produktformular. Auch nach einem Import ist eine Überprüfung sinnvoll, auch wenn du im Voraus sehen kannst, was sich ändert, und die vorherige Version der Preisregeln erhalten bleibt.
Der größte Vorteil liegt nicht nur in weniger Fehlern. Du gewinnst auch mehr Ruhe in deinem Angebotsprozess. Der Verkäufer muss nicht mehr nach einer fehlenden Kombination suchen oder sich selbst einen Betrag ausdenken. Er überprüft die Anfrage, anstatt sie neu zu berechnen.
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